Eva Lind - Botschafterin für Musiktherapieprojekte
In der Opernwelt ist Eva Lind eine gefeierte Sopranistin. Bereits mit 19 Jahren gab sie an der Wiener Staatsoper ihr Debüt. Im Anschluss folgte eine steile Karriere mit Auftritten auf den Bühnen der internationalen Opern- und Konzerthäuser, auch gemeinsam mit Stars wie José Carreras oder Placido Domingo. Durch ihren familiären Hintergrund ist Eva Lind mit den Aufgaben der ZNS-Stiftung vertraut. Ihre Mutter leitete viele Jahre eine Schule für Kinder mit einer geistigen Behinderung, so dass er für sie bereits als Kind ganz normal war, dass es Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gibt.
Im Juli 2011 wurde Eva Lind zur „Botschafterin für Musiktherapieprojekte" der ZNS-Stiftung ernannt. Soweit es ihr eng gefüllter Terminkalender zulässt, nutzt Eva immer wieder die Gelegenheit, sich in den von der Stiftung geförderten Einrichtungen über musiktherapeutische Zwecke zu informieren, um den direkten Kontakt zu schädelhirnverletzten Menschen zu pflegen.
Interview mit Eva Lind
ZNS-Stiftung: Ob in Europa, Asien oder den USA - als international bekannte Sopranistin kann das Publikum Sie auf den Bühnen der Welt erleben. Worin liegt für Sie die Faszination am Gesang?
Eva Lind: Musik ist eine Botschaft, die Menschen in aller Welt verbindet. Für mich ist es immer wieder beeindruckend zu erleben, wie sehr sich die Zuhörer von den Klängen der Oper begeistern lassen. Das ist in meiner Heimat Österreich genauso, wie auf den großen Bühnen in Deutschland, Amerika oder in China.
ZNS-Stiftung: Am Herzen liegt Ihnen auch das soziale Engagement für die ZNS-Stiftung.
Eva Lind: Das stimmt. Ich unterstützte bereits seit langem die Arbeit der Stiftung für Menschen, die eine unfallbedingte Schädelhirnverletzung erlitten haben. Ute-Henriette Ohoven, Ehrenpräsidentin der Stiftung, bat mich 2011, dieses Engagement weiter fortzusetzen. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut. Es ist eine ganz außergewöhnliche Ehre und Verantwortung zugleich, an der von Hannelore Kohl begonnenen Arbeit mitwirken zu dürfen.
ZNS-Stiftung: Worin sehen Sie als Botschafterin für Musiktherapieprojekte Ihre Aufgabe?
Eva Lind: Musik steht für positive Emotionen und Freude. Mir sind durch meine Arbeit in der ZNS-Stiftung Menschen begegnet, die das Gefühl und ihre Begeisterung für Musik trotz eines schweren Unfalls nicht verloren haben. So zum Beispiel der Belcanto-Tenor Mario Andretti und der Saxophonist Stefan Tiefenbacher. Beide Musiker sind von einer Schädelhirnverletzung betroffen. Ich bin mir sicher, dass die Musik vielen verletzten Menschen auf ihrem Weg zurück ins Leben hilft. Diesen Gedanken möchte ich fördern.
ZNS-Stiftung: Kennen Sie ein Beispiel, an dem die positive Wirkung von Klängen auf Menschen mit einer Schädelhirnverletzung deutlich wird?
Eva Lind: Aber sicher. Die Stiftung fördert zum Beispiel die Ausstattung von Therapieeinrichtungen für Wachkomapatienten mit einer Klangliege. Sie dient der Entspannung und hilft dabei, die teils schweren Spastiken der hirnverletzten Menschen zu lösen. Die gemeinsame Wirkung von Klängen und Resonanz hat sichtlich positive Auswirkungen auf die Patientinnen und Patienten. Davon konnte ich mich selbst vor Ort überzeugen. Mit meinen Engagement als Stiftungsbotschafterin möchte ich solche Hilfeprojekte in Zukunft verstärkt unterstützen.