Forscher am Forschen
Preise und Förderungen

Ausgezeichnete Forschung

Preise und Förderungen

Über unser Engagement im Bereich der Forschungs- und Projektförderung setzen wir uns für neurowissenschaftliche Forschung auf höchstem Niveau ein und fördern insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit unserem Förderpreis und einem Stipendium. Die Entwicklung medizinischer Geräte und Therapien, die der Versorgung und Teilhabe hirnverletzter Menschen zugutekommen, bildet einen weiteren Schwerpunkt unseres Engagements. 

Hannelore Kohl-Förderpreis

Seit 1993 vergibt die ZNS-Stiftung den mit 10.000 Euro dotierten Hannelore Kohl-Förderpreis in ehrendem Gedenken an die Stiftungsgründerin Dr. med. h.c. Hannelore Kohl. Mit dem im zweijährigen Turnus vergebenen Förderpreis werden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler unter 35 Jahren ausgezeichnet, die mit einer bedeutenden wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Rehabilitation schädelhirnverletzter Menschen dazu beitragen, die Heilungschancen von Menschen mit erworbenen Hirnverletzungen zu verbessern. 

Hannelore Kohl-Förderpreis 2027

Der nächste Hannelore Kohl-Förderpreis wird im Jahr 2027 im Rahmen der ANIM 2027 vom 21. bis 23. Januar 2027 in Berlin verliehen. Eine Präsentation des Forschungsvorhabens im Rahmen des Nachsorgekongresses der AG Teilhabe vom 11. bis 12. März 2027 ist ebenfalls vorgesehen. Auf diese Weise ermöglichen wir den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern bereits frühzeitig die so wichtige Vernetzung in der wissenschaftlichen Community. 

Der Bewerbungszeitraum für den Hannelore Kohl-Förderpreis 2027 startet am 15. Juni 2026 und geht bis zum 1. November 2026. Die Entscheidung wird im November 2026 durch ein fachkundiges Auswahlgremium getroffen. 

 

Bewilligungsbedingungen

Die eingereichten Arbeiten dürfen nicht älter als zwei Jahre sein (Datum der Publikation). Sie dürfen weder anderweitig ausgezeichnet noch für andere Preise eingereicht worden sein. Eine Bestätigung, dass keine anderweitige Auszeichnung vorgenommen wurde, ist mit den Bewerbungsunterlagen einzureichen. Bewerberinnen und Bewerber dürfen das 35. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Einreichung nicht überschritten haben. 

Originalarbeiten müssen aus der klinischen und experimentellen Forschung zu einem der folgenden Themenbereiche stammen:

  • Diagnostische und therapeutische Verfahren in der Neurorehabilitation bei Schädelhirnverletzten
  • Neuroplastizität als Grundlage der Erholung nach Hirnschädigung
  • Prävention von Schädelhirnverletzungen
  • Versorgungsforschung zur Lage von Menschen mit Schädelhirntrauma

 

Einzureichende Unterlagen

Die folgenden Unterlagen sind online bei der ZNS-Stiftung in einem zusammenhängenden PDF einzureichen:

  • Bewerbungsanschreiben
  • Titel der Publikation mit Kurzbeschreibung (max. 160 Zeichen), Datum der Veröffentlichung, Zusammenfassung in deutscher Sprache (max. 3.000 Zeichen)
  • Tabellarischer Lebenslauf mit Publikationsverzeichnis 
  • Publikationen (z.B. Buchbeiträge, Dissertation etc.)

 

Verpflichtungen der Förderpreisnehmenden

Mit der Annahme des Hannelore Kohl-Förderpreises verpflichten sich die Preisträgerinnen und Preisträger wie folgt:

  • Verweis auf die Förderung: Die Förderpreisnehmenden verpflichten sich, in allen zukünftigen Veröffentlichungen, Präsentationen oder öffentlichen Auftritten, die im Zusammenhang mit der ausgezeichneten Arbeit stehen, die Förderung durch die ZNS-Stiftung angemessen zu erwähnen.
  • Präsentation der Forschungsergebnisse: Die Preisträgerinnen und Preisträger sind bereit, ihre Forschungsergebnisse in geeigneter Form im Rahmen von Veranstaltungen der Stiftung zu präsentieren. 
  • Mitwirkung an der Öffentlichkeitsarbeit: Die Preisträgerinnen und Preisträger stellen der Stiftung eine allgemeinverständliche Zusammenfassung ihrer Forschungsergebnisse zur Verfügung, die für die allgemeine Pressearbeit sowie für die Berichterstattung in den Sozialen Medien (Facebook, Instagram, Youtube, LinkedIn) genutzt werden kann. Sie vernetzen sich mit der ZNS-Stiftung und beteiligen sich aktiv an der Berichterstattung in den Sozialen Medien. 

 

Rückzahlungs- und Kürzungsregelungen

Mittel, die nicht bestimmungsgemäß verwendet werden, sind an die ZNS-Stiftung zurückzuzahlen. Die ZNS-Stiftung behält sich vor, die Bewilligung zu widerrufen, insbesondere wenn unrichtige oder unvollständige Angaben gemacht wurden. Ein Widerruf der Bewilligung kann Rückzahlungs- und Verzinsungspflichten auslösen.

Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre

Nachfolgend stellen wir Ihnen die Preisträgerinnen und Preisträger des Hannelore Kohl-Förderpreises der vergangenen Jahren vor. Wir freuen uns sehr, dass viele der von uns geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mittlerweile renommierte Positionen in den Neurowissenschaften bekleiden - und dass wir einen Beitrag zu ihrem Erfolg leisten konnten.

Für den fortwährenden Austausch mit den ausgezeichneten Personen und das gemeinsame Engagement für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Schädelhirntrauma ganz im Sinne von Hannelore Kohl sind wir dankbar. 

Für die Arbeit “Dynamics of synaptic damage in severe traumatic brain injury revealed by cerebrospinal fluid SNAP-25 and VILIP-1” wurde Florian olde Heuvel im Jahr 2025 mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

 

Einführung

Bei schweren SHT gibt es bereits Biomarker für neuronale Schäden und Entzündungen. Doch bislang fehlten spezifische Marker für synaptische Schäden, obwohl Synapsen eine entscheidende Rolle für die Gehirnfunktion spielen. Diese Studie untersucht erstmals zwei potenzielle Biomarker für synaptische Schäden: SNAP-25 und VILIP-1.

 

Methoden

In der Studie wurden Proteine für synaptische Schäden (SNAP-25, VILIP-1), neuronale Schäden (NFL, UCH-L1, GFAP) und Entzündungen (IL-6, IL-8) untersucht. Die Proben stammten aus der Cerebrospinalflüssigkeit (CSF) von SHT-Patienten und wurden bis zu 12 Tage nach der Verletzung mit hochsensiblen Analysemethoden gemessen.

 

Ergebnisse

  • SNAP-25 & VILIP-1 steigen direkt nach dem Trauma stark an. Sie korrelieren mit Entzündungsprozessen in der akuten und subakuten Phase.
  • Am Tag der Verletzung sind sie sensitivere Prädiktoren für eine schlechte Prognose als bisherige Biomarker.
  • Ein erneuter Anstieg an Tag 5 ist mit einer schlechteren Erholung verbunden.

 

Bedeutung der Studie 

Diese Studie zeigt erstmals, dass Marker für synaptische Schäden helfen können, SHT-Patienten besser zu überwachen und Prognosen zu verbessern. Sie könnten zukünftig in multizentrischen Studien weiter untersucht und zur personalisierten Behandlung von SHT-Patienten genutzt werden.

Zwei Herren stehen zusammen und halten Urkunden

Albrecht Fröhlich aus Blaustein wurde 2023 für die Arbeit "Neuronal nuclear calcium signaling suppression of microglial reactivity is mediated by osteoprotegerin after traumatic brain injury" mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Drei Herren und eine Dame stehen draußen mit Urkunden

Dr. Chenchen Pan und Dr. Ruiyao Cai aus München wurden 2021 für die Arbeit "Panoptic imaging of transparent mice reveals whole-body neuronal projections and skull–meninges connections" mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Zwei Herren stehen zusammen und halten Urkunden

Diplom-Psychologin Luise Woost aus Leipzig wurde 2018 für die Arbeit "Physical Exercise and Spatial Training: A Longitudinal Study of Effects on Cognition, Growth Factors, and Hippocampal Plasticity" mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Eine Dame und ein Herr stehen zusammen und halten eine Urkunde

Dr. Sarah Hopp-Krämer aus Würzburg wurde 2026 für die Arbeit „Untersuchungen zur Pathophysiologie und therapeutischen Relevanz des Blutgerinnungsfaktors XII nach experimentellem Schädel-Hirn-Trauma“ mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Zwei Damen und ein Herr stehen zusammen und halten eine Urkunde

Der Hannelore Kohl-Förderpreis wurde 2014 zu gleichen Teilen an Dr. med. Tareq A. Juratli und Dr. med. Nicole Terpolilli verliehen. 

Dr. med. Tareq A. Juratli, Dresden, für die Arbeit "Prospektive Studie zur Progression von Hirnblutungen nach isoliertem Schädel-Hirn-Trauma: Gerinnungsstörungen bestimmen das Patienten-Outcome"

Dr. med. Nicole Terpolilli, München, für die Arbeit "Inhaled nitric oxide reduces secondary brain damage after traumatic brain injury in mice"

Eine Dame und ein Herr stehen zusammen und halten eine Urkunde
Zwei Damen stehen zusammen und halten eine Urkunde

Dipl.-Psych. Nadine Sasse wurde 2012 für die Arbeiten "Self-Awareness and Health-Related Quality of Life after Traumatic Brain Injury" und "Validation of the German Language Version of the Quality of Life after Brain Injury (QOLIBRI) Scale" mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Zwei Damen stehen zusammen und halten eine Urkunde

Dr. phil. Stefanie Abel wurde 2010 für die Arbeit "Connectionist diagnosis of lexical disorders" mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Zwei Damen und ein Herr stehen zusammen und halten eine Urkunde

Dr. med. Peter Riess aus Köln wurde 2008 für die Arbeiten: “Embryonic stem cell transplantation after experimental traumatic brain injury dramatically improves neurological outcome, but may can cause tumors.” und “Trauma-associated inflammatory response impairs embryonic stem cell survival and integration after implantation into injured rat brain” mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Ein Mann steht am Pult und redet

PD Dr. med. Dr. rer. nat. Jan Schwab aus Tübingen wurde 2005 für die Arbeit: "Cyclooxygenase-1 (COX-1) als Entzündungsmediator nach Verletzungen des zentralen Nervensystems" mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Zwei Männer und eine Frau stehen zusammen

Dr. med. Catrin Bütefisch wurde 2003 für die Arbeiten "Modulation of use-dependent plasticity by D-Amphetamine" und "Enchancement of use-dependent plasticiy by rTMS" mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Ein Mann und eine Frau stehen zusammen hinter einem Blumenstrauß

Der Hannelore Kohl-Förderpreis wurde im Jahr 2001 zu gleichen Teilen an PD Dr. Christian Gerloff  & Dr. Thomas Platz vergeben. 

Herrn PD Dr. Christian Gerloff (Eberhard-Karls-Universität, Tübingen) für die Arbeit “Zur kortikalen Repräsentation komplexer Fingerbewegungen: Physiologie und Plastizität”.

Dr. Thomas Platz (Klinik Berlin, Rehabilitationsklinik für Neurologie und Orthopädie) für die Arbeit "Armfähigkeits-Training für Schlaganfall-Patienten und Schädelhirntrauma-Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Armparese - Eine randomisierte kontrollierte Studie".

Drei Männer stehen zusammen

PD Dr. med. Axel Piepgras (Neurochirurgische Klinik der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Klinikum Mannheim) wurde 1999 für seine experimentellen Untersuchungen "Mässige Hypothermie zur Neuroprotektion - experimentelle Untersuchungen und klinische Anwendung" mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Ein Mann und eine Frau stehen auf einer Bühne

Renate Drechsler (Universität Freiburg/Klinik Bethesda) wurde 1997 mit ihrer Arbeit: "Sprachstörungen nach Schädelhirntrauma - Diskursanalytische Untersuchungen aus textlinguistischer und neuropsychologischer Sicht" mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Zwei Damen geben sich die Hand

Der Hannelore Kohl-Förderpreis 1995 ging zu gleichen Teilen an Dr. Matthias Bähr & Dr. Horst Hummelsheim.

Dr. Matthias Bähr, Max-Planck-Institut Tübingen, für seine Untersuchungen zur “Zellulären Grundlage der neuronalen Regeneration im adulten Zentralnervensystem”.

Dr. Horst Hummelsheim, Klinik Berlin, für seine Untersuchung:
"Physiotherapeutische Behandlungskonzepte in der Rehabilitation von Patienten mit zentralen Lähmungen - eine kritische Darstellung ihrer neurophysiologischen Grundlagen.

Foto aus einer Zeitung

Dr. Ulrich Poser, Dr. Adelheid Strätz, Dipl.-Psych. Joachim Kohler und Dr. Peter Sedlmeyer (Kliniken Schmieder) wurden für ihre Arbeit "Evaluierung eines neurologischen Funktionstrainings bei Patienten mit kognitiver Verlangsamung nach Schädelhirntraumen" im Jahr 1993 mit dem Hannelore Kohl-Förderpreis ausgezeichnet. 

Doktoranden-Stipendium

Seit 2015 vergibt die ZNS-Stiftung das mit 10.000 Euro dotierte Doktoranden-Stipendium. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler unter 30 Jahren, die eine Doktorarbeit auf dem Gebiet der Neurowissenschaften mit dem Schwerpunkt Schädelhirntrauma verfassen, können sich bei der ZNS-Stiftung um das im zweijährigen Turnus vergebene Doktoranden-Stipendium bewerben. Ausgezeichnet werden klinische, klinisch-experimentelle und experimentelle Arbeiten. 

Doktoranden-Stipendium 2027

Das nächste Doktorandenstipendium wird im Jahr 2027 im Rahmen der ANIM 2027 vom 21. bis 23. Januar 2027 in Berlin verliehen. Eine Präsentation des Forschungsvorhabens im Rahmen des Nachsorgekongresses der AG Teilhabe vom 11. bis 12. März 2027 ist ebenfalls vorgesehen. Auf diese Weise ermöglichen wir den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern bereits frühzeitig die so wichtige Vernetzung in der wissenschaftlichen Community. 

Der Bewerbungszeitraum für das Doktoranden-Stipendium 2027 startet am 15. Juni 2026 und geht bis zum 1. November 2026. Die Entscheidung wird im November 2026 durch ein fachkundiges Auswahlgremium getroffen.

Bewilligungsbedingungen

Bewerberinnen und Bewerber dürfen das 30. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht überschritten haben. Die Einschreibung an einer medizinischen Fakultät in Deutschland als Promotionsstudent bzw. Promotionsstudentin ist Voraussetzung. Idealerweise wurde mit der Dissertation bereits begonnen. 

Eine Förderung ist nur möglich, falls noch keine Förderung von anderer Seite erhalten wird. Eine Bestätigung, dass keine anderweitige Förderung besteht, ist mit den Bewerbungsunterlagen einzureichen.

Das Forschungsprojekt entstammt dem Gebiet der Neurowissenschaften mit dem Schwerpunkt Schädelhirntrauma. Gefördert werden klinische, klinisch-experimentelle und experimentelle Arbeiten.

 

Einzureichende Unterlagen

Die folgenden Unterlagen sind online bei der ZNS-Stiftung in einem zusammenhängenden PDF einzureichen:

  • Kurzbeschreibung des Projekts unter Angabe der wesentlichen Ziele des Vorhabens (max. 1.200 Zeichen)
  • Projektplan über max. 3 Seiten mit wissenschaftlichem Hintergrund, Vorarbeiten, Methoden, Hypothesen und Zeitplan sowie Infrastruktur der Einheit bzw. Beschreibung der Arbeitsgruppe
  • Motivationsschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf sowie Abiturzeugnis oder vergleichbares Dokument
  • Immatrikulationsbescheinigung und Dokumentation der Studienleistungen (Notenübersicht)
  • Empfehlungsschreiben des Betreuers bzw. der Betreuerin (max. 2 Seiten)

 

Förderung

Das Doktoranden-Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Förderlaufzeit beträgt zwölf Monate. Die Auszahlung erfolgt monatlich. Die Förderung kann ausnahmsweise aus familiären oder gesundheitlichen Gründen unterbrochen und später fortgesetzt werden. Hierzu bedarf es der rechtzeitigen Rücksprache mit der ZNS-Stiftung.

 

Verpflichtungen der Stipendiatinnen und Stipendiaten 

Mit der Annahme des Doktoranden-Stipendiums verpflichten sich die Preisträgerinnen und Preisträger wie folgt:

  • Die gesamte Arbeitskraft wird dem Promotionsvorhaben gewidmet, um das Projekt in angemessener Zeit zu einem Abschluss zu bringen.
  • Verweis auf die Förderung: Die Förderpreisnehmenden verpflichten sich, in allen zukünftigen Veröffentlichungen, Präsentationen oder öffentlichen Auftritten, die im Zusammenhang mit der ausgezeichneten Arbeit stehen, die Förderung durch die ZNS-Stiftung angemessen zu erwähnen.
  • Präsentation der Forschungsergebnisse: Die Preisträgerinnen und Preisträger sind bereit, ihre Forschungsergebnisse in geeigneter Form im Rahmen von Veranstaltungen der Stiftung zu präsentieren. 
  • Mitwirkung an der Öffentlichkeitsarbeit: Die Preisträgerinnen und Preisträger stellen der Stiftung eine allgemeinverständliche Zusammenfassung ihrer Forschungsergebnisse zur Verfügung, die für die allgemeine Pressearbeit sowie für die Berichterstattung in den Sozialen Medien (Facebook, Instagram, Youtube, LinkedIn) genutzt werden kann. Sie vernetzen sich mit der ZNS-Stiftung und beteiligen sich aktiv an der Berichterstattung in den Sozialen Medien. 

Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre

Nachfolgend stellen wir Ihnen die mit dem Doktoranden-Stipendium ausgezeichneten Nachwuchswissenschaflerinnen und - wissenschaftler der vergangenen Jahre vor. Viele der von uns geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten ihren Weg in den Neurowissenschaften erfolgreich fortsetzen - wir sind stolz darauf, einen Beitrag dazu leisten zu können. 

Für den fortwährenden Austausch mit den ausgezeichneten Personen und das gemeinsame Engagement für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Schädelhirntrauma ganz im Sinne von Frau Dr. h.c. Hannelore Kohl sind wir dankbar. 

Henry David Wichter wurde 2025 für das Forschungsprojekt „Einfluss der dekompressiven Schädeloperation auf die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nach schwerem Schädelhirntrauma“ mit dem Doktoranden-Stipendium der ZNS-Stiftung ausgezeichnet.

 

Einführung

Schwere Schädel-Hirn-Traumata (SHT) gehören zu den häufigsten Ursachen für langfristige Behinderungen. Eine mögliche lebensrettende Maßnahme ist die dekompressive Schädeloperation, bei der ein Teil der Schädelkalotte entfernt wird. Während ihre Wirkung auf die Sterblichkeit gut untersucht ist, bleibt unklar, wie sich der Eingriff auf die berufliche Wiedereingliederung der Betroffenen auswirkt.

 

Ziel der Studie

Das Forschungsprojekt analysiert, wie viele Patientinnen und Patienten nach einer dekompressiven Schädeloperation wieder arbeitsfähig werden. Zudem werden Faktoren identifiziert, die schon früh eine Prognose zur langfristigen Arbeitsfähigkeit ermöglichen. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung eines Modells, das die Wahrscheinlichkeit der Rückkehr in den Beruf vorhersagen kann.

 

Methoden

  • Erhebung medizinischer und beruflicher Daten von Patientinnen und Patienten
  • Analyse der „Return-to-Work-Rate“: Wie viele kehren tatsächlich ins Berufsleben zurück?
  • Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Verletzungsmustern und beruflicher Reintegration
  • Entwicklung eines prädiktiven Modells, das die Wiedereingliederungschancen berechnet.

 

Bedeutung der Studie

Diese Forschung kann dazu beitragen, die Behandlung nach einem Schädelhirntrauma zu verbessern. Durch frühzeitige Identifikation von Patientinnen und Patienten mit hoher Rückkehr-Chance in den beruflichen Alltag könnten gezielte Rehabilitationsmaßnahmen eingesetzt werden. Langfristig kann das Modell helfen, Therapieentscheidungen individuell anzupassen und Patientinnen und Patienten bestmöglich zu unterstützen.

 

Jose Carlos Martínez Santamaría wurde 2023 mit dem Doktoranden-Stipendium ausgezeichnet. Das Thema seiner Arbeuit: "Role of Fibrinogen on Perivascular Fibroblast Activation and Fibrosis in Brain Trauma 1.0" 

Clara Lamersdorf wurde 2021 mit dem Doktoranden-Stipendium ausgezeichnet. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit dem Thema "Clinical Pathway Pediatric mild Traumatic Brain Injury 1.0"

Porträtfoto einer Frau

Lisa Neumayr wurde 2018 mit dem Doktoranden-Stipendium ausgezeichnet. Sie beschäftigt sich mit dem Thema „Prä- und postoperative Gesichtsfelddefekte bei Kindern mit pharmakorefraktären Epilepsien: Untersuchbarkeit, Prävalenz, Kompensation“ 

Eine Dame hält eine Urkunde und steht neben zwei Männern und einer anderen Frau

Rida Rehmann wurde 2028 mit dem Doktorandenstipendium ausgezeichnet. Sie beschäftigt sich mit dem Thema “Large scale signaling architecture reveals translational targets for therapy in blunt Traumatic Brain Injury at acute time point”.

Eine Dame hält eine Urkunde und steht neben zwei Männern

Jan Röttgers und Manuela Lautenschläger von der Universität Witten/Herdecke wurden 2015 mit dem Doktoranden-Stipendium ausgezeichnet. Das Thema ihrer Arbeit: „Neurologische chronische Erkrankungen im Akutkrankenhaus“.

Zwei Damen und ein Herr halten Urkunden

Projektförderungen

In Erfüllung ihres Stiftungszweckes fördert die ZNS-Stiftung seit ihrer Gründung im Jahr 1983 Projekte, die die Lebensqualität von Menschen mit Schädelhirntrauma verbessern. Stand in den ersten zwei Jahrzehnten insbesondere die Ausstattung von Kliniken und Therapieeinrichtungen im Vordergrund, verlagerte sich der Schwerpunkt der Förderung in den folgenden Jahren auf Angebote für die Betroffenen und ihre Angehörigen selbst. Die Gründung der ZNS-Akademie gGmbH im Jahr 2017 unterstreicht diese Entwicklung. 

Aus Konsolidierungsgründen vergibt die ZNS-Stiftung derzeit keine Fördermittel im Rahmen ihrer Projektförderung. Anträge externer Fördermittelnehmer können daher bis auf Weiteres nicht eingereicht werden. Wir informieren an dieser Stelle und in den Sozialen Medien darüber, wenn die Projektförderung wieder aufgenommen wird. 

Geförderte Projekte

Eine Auswahl der geförderten Projekte stellen wir nachfolgend vor. Die ZNS-Stiftung verfügt darüber hinaus über eine umfangreiche Datenbank aller geförderten Projekte. Bei Rückfragen zu konkreten Förderprojekten melden Sie sich gern bei uns. 

Bei einer Gehirnerschütterung können eine Vielzahl von Symptomen auftreten. Die Tatsache, dass es kein eindeutiges Diagnosekriterium gibt, erschwert das frühzeitige Erkennen und die adäquate Behandlung einer Gehirnerschütterung. Analog zum F.A.S.T.-Test bei Schlaganfällen wurde der K.E.K.S.-Test entwickelt, der die typischen Symptome einer Gehirnerschütterung (Kopfschmerzen, Empfindlichkeit, Konzentration und Schlaf) unter dem sprechenden Akronym K.E.K.S. versammelt und über einen Film und eine Postkarte für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene aufbereitet. 

Das Team der Concussion Clinic am LMU Klinikum München hat in einer durch die ZNS-Stiftung geförderten semi-systematischen, strukturierten Literaturrecherche zu den Symptomen einer Gehirnerschütterung unter Einbezug aktueller internationaler Leitlinien und einer aktuellen Recherche in medizinischen Datenbanken die wissenschaftliche Grundlage für den K.E.K.S.-Test gelegt. 

Esther Brandt mit dem KEKS-Maskottchen

Schluckstörungen sind ein häufiges Problem bei unfallbedingten Verletzungen des Gehirns und bei vielen anderen neurologischen Erkrankungen. Gefährlich wird es für die Betroffenen, wenn Flüssigkeiten oder Nahrung in die Atemwege gelangen, ohne das adäquate Abwehrmechanismen wie zum Beispiel Husten erfolgen. Um dies zu vermeiden, werden etwa Betroffene im Wachkoma stets auf Schluckstörungen hin untersucht. Doch gerade diese Patienten sind meist hochgradig pflegebedürftig und nur bedingt transportfähig. 

Die Lösung sind portable Diagnosegeräte wie das durch ZNS-Stiftung für die GFO Kliniken in Troisdorf geförderte portable Schluck-Endoskop mit Computer Tablet. Die Möglichkeit, mit einem flexiblen Endoskop über den Nasengang in den Schlund und somit auf die Kreuzung von Atemweg und Speiseweg zu schauen, ist eine ideale Untersuchungsmethode mit geringer Komplikationsrate und direkt am Bett des betroffenen Menschen umsetzbar. 

Eine ärztliche Untersuchung wird durchgeführt

Durch die Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 wurden die Räumlichkeiten und sämtliches Inventar  des Neurologischen Rehabilitation-Zentrums in Ahrweiler vollständig zerstört. Insbesondere Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie erworbenen Hirnschädigungen jeden Alters sowie Menschen mit geistiger, mehrfacher und chronisch-neurologischer Behinderung werden dort behandelt und bei der Rückkehr in ein möglichst selbstständiges Leben unterstützt.

Die ZNS-Stiftung unterstützt den Wiederaufbau und trägt mit der Finanzierung eines medizinischen Laufbands dazu bei, dass den Patientinnen und Patienten so schnell wie möglich wieder optimale Therapiebedingungen geboten werden können.

Eine Dame und ein Herr stehen neben einem Laufband

Eine relevante Anzahl an Patientinnen und Patienten zeigt auch nach einer milden Gehirnerschütterung anhaltende neuropsychiatrische Beschwerden, insbesondere alltagsrelevante Einschränkungen von Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit.

Bei der geförderten klinischen Studie “Netzwerkbasiertes funktionelles Neuroimaging zur Evaluation kognitiven Trainings zur Behandlung kognitiver Beeinträchtigungen nach Concussive Brain Injury” der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Universitätsklinik Köln absolvieren Betroffene ein online-basiertes kognitives Training, dessen Effekte sowohl testpsychologisch als auch mittels Netzwerkbildgebung nachgewiesen werden. Auf der Basis dieser Ergebnisse wird dann eine objektive und individualisierte Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Gehirnerschütterung durchgeführt.

Ärztin zeigt auf ein Hirnmodell

Fußball ist eine der beliebtesten Sportarten weltweit – ungefährlich ist er nicht. Denn: Fußball ist der einzige Sport, bei dem der ungeschützte Kopf regelmäßig zur Fortbewegung und Kontrolle des Balls genutzt wird.

Bisherige Studien deuten auf hirnstrukturelle Veränderungen durch das Kopfballspiel hin, möglicherweise mit zeitlich verzögerten verhaltensrelevanten Auswirkungen. Die Faktenlage ist jedoch nicht eindeutig, da moderne Untersuchungsmethoden im Magnetresonanztomographen (MRT) bisher kaum eingesetzt werden. Im geförderten Projekt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der RWTH Aachen wird eine Kombination aus funktioneller MRT (fMRT) während der Durchführung kognitiver Aufgaben, resting state fMRT und detaillierter Diffusions-Tensor-Bildgebung neue Erkenntnisse liefern. 

Dazu werden 30 männliche Profifußballer und 30 Profivolleyballer als Kontrollgruppe untersucht, beide Gruppen verglichen und innerhalb der Fußballgruppe der Zusammenhang zwischen Kopfballhäufigkeit und strukturellen bzw. funktionellen Gehirnschädigungen geprüft.

Fußballspieler sitzt verletzt und wird behandelt

Ein schweres Schädelhirntrauma kann zu einer anhaltenden schweren Bewusstseinsstörung in Form eines Syndroms der reaktionslosen Wachheit oder eines minimalen Bewusstseinszustandes führen. Bisher gibt es kaum Therapien, die zu einer Verbesserung dieses Zustands führen. 

Die repetitive Stimulation des Gehirns mit starken Magnetimpulsen (rTMS) ist eine nicht-invasive Methode zur Modulation bestimmter Hirnareale, die in der geförderten Pilotstudie der Fachklinik für Neurologische Rehabilitation des Therapie-Zentrums Burgau in ihrem Einsatz für Menschen im Syndrom reaktionsloserer Wachheit geprüft werden soll. Sollten sich hier positive Signale zeigen, werden die Ergebnisse dieser Pilotstudie genutzt, um eine europäische multizentrische Studie zur Bestätigung der Methodenwirksamkeit zu beantragen.

Ein Arzt steht neben einer Maschine

Eine Verletzung des Gehirns kann zu Sprachstörungen führen, die durch logopädische Therapie verbessert werden können. Voraussetzung dafür ist eine gründliche, sprachtherapeutische Diagnostik. Für den Bereich der durch Schlaganfälle und Blutungen ausgelösten Sprachstörungen existieren eine Vielzahl an Leitlinien und Veröffentlichungen, für Sprachstörungen nach Schädelhirntrauma nicht. Das Trauma kann in einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome resultieren, beispielsweise können Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Problemlösefähigkeit aber auch das Gehör betroffen sein. Alle diese Funktionen sind wichtig für eine gelingende Sprachtherapie und müssen daher vorab diagnostiziert und eingeschätzt werden.

Ziel des Projekts der Fachhochschule FH Joanneum Graz und der Medizinischen Hochschule Brandenburg MHB ist, es einen Diagnoseleitfaden für SHT-induzierte Sprech- und Sprachstörungen zu entwickeln. Dazu werden aktuelle Ergebnisse aus der Literatur zusammengestellt, in moderierten Gruppen von klinischen Expertinnen und Experten diskutiert, ergänzt, kommentiert und in einer breit angelegten Umfrage unter Berufsangehörigen bewertet. 

Ergebnis ist eine Handlungsempfehlung, mit der die Sprache, einflussnehmende Begleiterkrankungen, kommunikative Ressourcen und Bedarfe sowie Kompensations- und Anpassungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten bei Sprachstörungen nach Unfällen erfasst und eingeschätzt werden können.

Eine Dame und ein Herr unterhalten sich