Tag der Gehirnerschütterung
Der „Tag der Gehirnerschütterung” ist ein deutschlandweiter Aktionstag, der jedes Jahr am 20. Oktober stattfindet. Er wurde 2023 im Rahmen der Initiative Schütz Deinen Kopf! durch die ZNS-Stiftung und die Concussion Clinic am LMU Klinikum München ins Leben gerufen. Ziel dieses Aktionstages ist es, das vielfach unterschätzte Thema Gehirnerschütterung in der öffentlichen Wahrnehmung präsent zu machen. Denn nur, wenn eine Gehirnerschütterung rechtzeitig als solche erkannt und behandelt wird, heilt sie in den allermeisten Fällen folgenlos aus.
Alle zwei Jahre wird der „Tag der Gehirnerschütterung” von einer Themenkonferenz begleitet, die sich primär an medizinisches und therapeutisches Fachpersonal richtet. Ziel der Konferenz ist es, das Wissen rund um das Thema Gehirnerschütterung zu mehren, aktuelle Forschungsergebnisse zu präsentieren und einen Raum für Austausch und Vernetzung zu schaffen. Die Themenkonferenz wird regelmäßig durch ein breites Tableau an Fortbildungspunkten anerkannt. Die nächste Themenkonferenz wird im Herbst 2027 in München stattfinden.
Digitale Themenwoche 2026
Anlässlich des „Tag der Gehirnerschütterung" am 20. Oktober 2026 veranstaltet die ZNS-Stiftung eine Digitale Themenwoche, die vom 15. bis 21. Oktober 2026 als Awareness-Kampagne zum Thema Gehirnerschütterung durchgeführt und von einer vorgelagerten Community-Aktion am 8. bis 14. Oktober 2026 begleitet wird.
Im Mittelpunkt der Awareness-Kampagne stehen adressatenspezifische Wissensreihen, Interviews und Erklärformate, die komplexe neurobiologische Zusammenhänge verständlich darstellen und praktische Handlungsempfehlungen geben. Dazu gehören Inhalte zur Funktionsweise des Gehirns, zu den Auswirkungen eines Schädelhirntraumas sowie zu Pacing-Strategien für Schule, Beruf und Alltag. Ergänzend werden Formate für den Sportbereich entwickelt, etwa zu Neuroathletik, Ernährung, Regeneration und zur Ersteinschätzung nach Kopfunfällen. Die Einbindung von medizinischen Expertinnen und Experten, Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, Betroffenen sowie reichweitenstarken Influencerinnen und Influencern sorgt für authentische, praxisnahe und gut verständliche Wissensvermittlung.
Ziel der Awareness-Kampagne ist es, das Wissen der breiten Öffentlichkeit über Symptome, Risiken und notwendige Schritte nach einer Kopfverletzung zu erweitern und darüber einen direkten Beitrag zu frühzeitigem Erkennen und angemessener Versorgung nach einer Gehirnerschütterung in Alltag, Schule, Beruf und Sport zu leisten. Die Kampagne soll dabei nicht nur informieren, sondern zu einer konkreten Verhaltensänderung beitragen. Eltern, Lehrkräfte, Trainerinnen und Trainer sowie Betroffene sollen befähigt werden, Symptome einer Gehirnerschütterung mittels des K.E.K.S.-Tests schneller zu erkennen, richtig zu reagieren und eine ggf. notwendige medizinische Versorgung frühzeitig einzuleiten. Darüber hinaus soll das Verständnis für eine schrittweise Wiedereingliederung in Schule, Beruf und Alltag wachsen, um eine vollständige Genesung zu ermöglichen und Folgeschäden zu vermeiden. Die Awareness-Kampagne trägt damit dazu bei, langfristige gesundheitliche Folgen nach einer Kopfverletzung zu reduzieren und die leistungsorientierte Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Schule und Beruf zu sichern.
Haben auch Sie Interesse an einer Mitwirkung bei der Awareness-Kampagne? Melden Sie sich gern unter info@schuetzdeinenkopf.de.
Veranstaltungsarchiv
Der dritte bundesweite Tag der Gehirnerschütterung am 20. Oktober 2025 machte darauf aufmerksam, dass Gehirnerschütterungen und Schädelhirntraumata (SHT) in allen Lebensphasen vorkommen. Aus diesem Anlass veranstaltete die Initiative Schütz Deinen Kopf! der ZNS-Stiftung gemeinsam mit der Concussion Clinic am LMU Klinikum München am 24. und 25. Oktober 2025 eine Hybride Themenkonferenz in München.
Die Veranstaltung richtete sich an medizinisches Fachpersonal aus der Erwachsenenmedizin und Kinderheilkunde, niedergelassene Ärzte, politische Entscheidungsträger, Vertreterinnen und Vertreter aus Stiftungen und Verbänden, Mitglieder von Fachgesellschaften, Eltern, Lehrkräfte, Vertreterinnen und Vertreter aus dem Breitensport, Seniorinnen und Senioren sowie ihre Betreuungspersonen, an Mitarbeitende der Familienversorgung und an Vertreterinnen und Vertreter aus der Wissenschaft.
Unter dem Titel „Gehirnerschütterung und Schädelhirntrauma im Laufe des Lebens: Medizinische und psychosoziale Aspekte“ rückte die Konferenz medizinische und psychosoziale Aspekte des Schädelhirntraumas über die gesamte Lebensspanne in den Mittelpunkt. Hintergrund ist die hohe Versorgungsrelevanz: In Deutschland sind jährlich über 670.000 Menschen von einem Schädelhirntrauma betroffen – häufig unerkannt und mit teils langfristigen Auswirkungen auf Lernen, Verhalten, Kommunikation, Schul- und Berufsfähigkeit sowie Lebensqualität. Mit über 250 Teilnehmenden und sehr positiven Evaluationsergebnissen unterstrich die Konferenz die hohe fachliche Relevanz des Themas. Zugleich wurde das 10-jährige Jubiläum der Initiative Schütz Deinen Kopf! im Rahmen eines festlichen Netzwerkabends gewürdigt.
Programm
Das Programm vom Tag der Gehirnerschütterung 2025 können Sie hier ansehen.
Wir danken unseren Förderern
Die Umsetzung der Themenkonferenz 2025 wäre ohne die großzügige Unterstützung zahlreicher Partnerinnen und Partner nicht möglich gewesen. Wir danken der Zurich Gruppe Deutschland, der Stadtsparkasse München, der Renate und Klaus Zimmer-Stiftung, dem German Brain Council, der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem Hauner Verein, dem ispz Hauner und der Gesellschaft für Neuropädiatrie e.V. für die freundliche Unterstützung und wohlwollende Begleitung unserer Veranstaltung.
Mit einer Virtuellen Themenkonferenz am 25. Oktober 2024 wurde der zweite bundesweite Tag der Gehirnerschütterung begangen. Der Fokus der Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister a.D. Dr. Karl Lauterbach stand, lag auf der „sport-assoziierten Gehirnerschütterung“.
Angesichts von jährlich rund 44.000 dokumentierten Gehirnerschütterungen im organisierten Sport in Deutschland – bei gleichtzeitig hoher Dunkelziffer – widmete sich die Themenkonferenz der Prävention, Akutversorgung sowie dem strukturierten Return-to-Management im Profi-, Leistungs-, Breiten- und Schulsport. Expertinnen und Experten aus Medizin, Neuropsychologie, Sportwissenschaft und Prävention beleuchteten pathophysiologische Grundlagen, differenzierte Diagnostikalgorithmen sowie evidenzbasierte Therapie- und Rehabilitationskonzepte. Deutlich wurde, dass die Gehirnerschütterung ein komplexes biopsychosoziales Krankheitsbild mit körperlichen, kognitiven, emotionalen und schlafbezogenen Symptomen darstellt.
Praxisnah diskutiert wurden standardisierte Sideline-Tools wie SCAT und CRT, Baselinetestungen, innovative digitale Anwendungen wie die GET-App sowie biomechanische Erkenntnisse zu Rotationsbeschleunigungen als Risikofaktor diffuser axonaler Schädigungen. Im Kinder- und Jugendbereich standen strukturierte Akutpfade, das Triple-E-Konzept (Ernstnehmen, Erkennen, Erste Hilfe) sowie der K.E.K.S.-Test zur niederschwelligen Symptomerfassung im Fokus. Projekte wie CAP und SaVe.BRAIN Kids zeigten neue Versorgungsmodelle zur Optimierung der ambulanten Betreuung auf.
Mit knapp 500 Teilnehmenden aus dem gesamten DACH-Raum setzte die Konferenz ein starkes Zeichen für interprofessionelle Zusammenarbeit. Neben der Sensibilisierung für Prävention – etwa durch Helmtragen oder Regelanpassungen im Sport – wurde insbesondere die Notwendigkeit eines individualisierten, symptomgeleiteten Return-to-Sport- und Return-to-School-Managements betont.
Programm
Das Programm vom Tag der Gehirnerschütterung 2024 können Sie hier ansehen.
Wir danken unseren Unterstützern
Die Umsetzung der Themenkonferenz 2024 wäre ohne die großzügige Unterstützung zahlreicher Partnerinnen und Partner nicht möglich gewesen. Wir danken der Zurich Gruppe Deutschland, der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Renate und Klaus Zimmer-Stiftung, der Gesellschaft für Neuropädiatrie e.V. und der VBG für die freundliche Unterstützung und wohlwollende Begleitung unserer Veranstaltung.
Der erste bundesweite Tag der Gehirnerschütterung wurde am 20. Oktober 2023 von der Initiative Schütz Deinen Kopf! der ZNS-Stiftung gemeinsam mit der Concussion Clinic am LMU Klinikum München ins Leben gerufen. Flankiert wurde er am 20. und 21. Oktober durch eine erste Themenkonferenz „Schütz Deinen Kopf!“ am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München. Ziel war es, das öffentliche Bewusstsein für die klinische und gesellschaftliche Relevanz der Gehirnerschütterung zu schärfen und strukturelle Verbesserungen in Diagnostik und Versorgung anzustoßen.
Über 120 Teilnehmende aus Medizin, Wissenschaft, Pädagogik, Sport und Gesundheitswesen verfolgten das interdisziplinäre Programm. Expertinnen und Experten aus Neuropädiatrie, Kinderchirurgie, Unfallchirurgie, Neurologie und Neurorehabilitation verdeutlichten, dass Gehirnerschütterungen in jedem Alter und in unterschiedlichsten Kontexten auftreten – von Kindergarten und Schule bis hin zu Breiten-, Leistungs- und Profisport. Im Fokus standen eine frühzeitige Diagnosestellung, eine individuell angepasste Beratung zur Erholungsphase sowie strukturierte Return-to-Learn-, Return-to-Work- und Return-to-Sport-Konzepte. Auch Risikofaktoren für ein Post-Concussion-Syndrom und die Notwendigkeit eines engmaschigen Monitorings wurden thematisiert.
Ein zentrales Element war die Vorstellung des kindgerechten K.E.K.S.-Tests durch die Kinderbotschafterin der ZNS-Stiftung: Esther Brandt. Dieses Instrument vermittelt spielerisch zentrale Symptomdimensionen – Kopf, Empfindlichkeit, Konzentration und Schlaf – und unterstützt Kinder sowie ihre Bezugspersonen bei der Früherkennung einer Gehirnerschütterung. Ergänzend wurden Versorgungspfade im Sinne eines sektorenübergreifenden Concussion Care Pathways präsentiert, der Akutversorgung und Langzeitnachsorge strukturiert verzahnt.
Die große Resonanz unterstrich den erheblichen Aufklärungsbedarf in Öffentlichkeit und Fachkreisen. Mit der Etablierung des 20. Oktober als jährlichem Gedenk- und Aktionstag wurde ein nachhaltiges Signal für Prävention, Fortbildung und wissenschaftliche Weiterentwicklung in der Versorgung von Menschen mit Schädelhirntrauma gesetzt.
Programm
Das Programm vom Tag der Gehirnerschütterung 2023 können Sie hier ansehen.
Wir danken unseren Unterstützern
Die Ausrufung des ersten Tags der Gehirnerschütterung und Umsetzung der Themenkonferenz 2023 wäre ohne die großzügige Unterstützung zahlreicher Partner nicht möglich. Wir danken der Zurich Gruppe Deutschland, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem ispz Hauner, der Kids Concussion Clinic der LMU München, der Gesellschaft für Neuropädiatrie e.V. und der VBG für die freundliche Unterstützung und wohlwollende Begleitung unserer Veranstaltung.
Gehirnerschütterung
Gehirnerschütterung ist die landläufig verwendete Bezeichnung für ein leichtes Schädelhirntrauma (SHT Grad 1). Sie ist die häufigste Form der Schädelhirnverletzung: rund 80 % aller Schädelhirntraumata sind leichte SHT und entstehen durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung auf den Kopf, bei der es zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns kommt.
Typische Symptome einer Gehirnerschütterung sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Benommenheit sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Eine Bewusstlosigkeit ist nicht zwingend vorhanden.
In den meisten Fällen kommt es nach einer Gehirnerschütterung zu einer vollständigen Erholung, häufig innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten. Dennoch ist eine Gehirnerschütterung keine harmlose Verletzung. Über 15 % der Betroffenen weisen auch nach einem Jahr noch Symptome auf, überwiegend Kopfschmerzen und Bewegungsstörungen, weshalb jede Gehirnerschütterung ärztlich abgeklärt und im Verlauf aufmerksam begleitet werden sollte. Kinder und Jugendliche weisen im Durchschnitt eine verlängerte Rehabilitationsphase auf als Erwachsene.
Weitergehende Inhalte zum Thema Schädelhirntrauma, Gehirnerschütterung sowie deren Behandlung und Rehabilitationsmöglichkeiten der Betroffenen finden Sie unter Krankeitsbild.
Quiz: Mythen und Fakten
Rund um das Thema Gehirnerschütterung existieren zahlreiche Irrtümer und Mythen. Hier gilt es aufzuklären, damit Gehirnerschütterungen als solche erkannt und adäquat behandelt werden. Denn nur dann heilen sie in den allermeisten Fällen folgenlos aus. Machen Sie den Test: Hätten Sie es gewusst?
Gehirnerschütterungen bemerkt man immer sofort. Stimmt das?
A) Gehirnerschütterungen zeigen sich meist sofort durch starke Kopfschmerzen und Erbrechen.
B) Eine Gehirnerschütterung ist immer mit sofortiger Bewusstseinsveränderung verbunden.
C) Etwa 40–50 % aller Gehirnerschütterungen werden gar nicht als solche erkannt.
D) Nur, wenn man vorher Kaffee getrunken hat.
Antwort C.
Gehirnerschütterungen äußern sich nicht immer mit dramatischen Symptomen. Viele Betroffene verspüren lediglich leichte Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder Müdigkeit – oft werden diese Signale als „normale Erschöpfung" abgetan. Besonders im Sport werden Symptome oft übersehen oder bewusst ignoriert. Das ist gefährlich, weil eine nicht erkannte Gehirnerschütterung bei erneuter Belastung schwerwiegendere Folgen haben kann (z. B. das sogenannte Second Impact Syndrome).
Ein Kind mit diagnostizierter Gehirnerschütterung sollte nachts regelmäßig geweckt werden. Stimmt das?
A) Wenn ein Arzt eine schwere Hirnverletzung ausgeschlossen hat, kann das Kind so viel wie nötig schlafen.
B) Leichte Gehirnerschütterungen erfordern nachts eine Kontrolle, auch wenn der Arzt Entwarnung gibt.
C) Ja, und dabei sollte man Quizfragen stellen zur Reorientierung.
D) Das Kind sollte die ganze Nacht über stündlich geweckt werden, um eine Verschlechterung zu bemerken.
Antwort A.
Früher war es üblich, Kinder nach einer Gehirnerschütterung nachts regelmäßig zu wecken – aus Sorge, sie könnten ins Koma fallen. Heute weiß man, dass diese Maßnahme unnötig und sogar kontraproduktiv sein kann, wenn der Arzt eine ernsthafte Hirnverletzung ausgeschlossen hat. Schlaf fördert Heilung und Regeneration – ein Kind, das ruhig schläft, sollte auch schlafen dürfen.
Wie zuverlässig schützt ein Helm vor Gehirnerschütterungen?
A) Ein Helm verhindert Gehirnerschütterungen durch seine dämpfende Innenstruktur zuverlässig.
B) Nur, wenn der Helm mit Einhorn-Stickern beklebt ist.
C) Moderne Helme senken das Risiko einer Gehirnerschütterung auf nahezu null.
D) Auch mit Helm kann es zu einer Gehirnerschütterung kommen
Antwort D.
Ein Helm schützt gut vor Schädelbrüchen oder schweren traumatischen Hirnverletzungen – aber nicht zuverlässig vor Gehirnerschütterungen. Der Grund: Bei einer Gehirnerschütterung prallt das Gehirn im Schädelinneren gegen die Schädelwand – dieser Stoß entsteht durch plötzliche Beschleunigung oder Verzögerung (z. B. durch einen Sturz), auch wenn der Schädel selbst geschützt ist. Helme sind wichtig, aber kein absoluter Schutz.
Wie lange sollte man sich nach einer Gehirnerschütterung schonen?
A) Bis man sich wieder wie ein Superheld fühlt.
B) Ein Tag Ruhe genügt in der Regel, um wieder Sport zu treiben.
C) Nach zwei Tagen ist eine Rückkehr in den normalen Alltag unbedenklich.
D) Den Gehirnzellen sollte ein bis zwei Wochen Erholungszeit gegeben werden.
Antwort D.
Das Gehirn benötigt nach einer Erschütterung Zeit, um sich zu erholen – selbst wenn die Symptome schnell nachlassen. Fachverbände empfehlen, zunächst ein bis zwei Tage auszuruhen und dann die körperliche und geistige Belastung schrittweise in reduzierter Form wieder aufzunehmen, um einen Rückfall oder eine Verschlechterung zu vermeiden. Die vollständige Rückkehr erfolgt in Stufen. Richtwerte sind 2 bis 4 Tage bis zum erneuten Schulbesuch, für den Sport gilt: frühestens nach 10 bis 14 Tagen bei kompletter Symptomfreiheit.
Wenn keine Bewusstlosigkeit vorliegt, handelt es sich nicht um eine Gehirnerschütterung. Stimmt das?
A) Ohne Ohnmacht kann man eine Gehirnerschütterung ausschließen.
B) Tatsächlich wird nur jeder Zehnte Betroffene ohnmächtig, nur jeder Vierte bis Fünfte hat Gedächtnislücken.
C) Richtig – ohne Drama keine Diagnose.
D) Eine Gehirnerschütterung ist grundsätzlich mit Bewusstlosigkeit verbunden.
Antwort B.
Ohnmacht (Bewusstlosigkeit) ist kein typisches Hauptsymptom einer Gehirnerschütterung. In der Mehrheit der Fälle bleiben die Betroffenen bei Bewusstsein. Ebenso treten Gedächtnislücken (Amnesien) nicht immer auf. Daher sollte man sich bei der Einschätzung nicht auf „dramatische“ Symptome verlassen – auch leichte oder „unspektakuläre“ Anzeichen können auf eine ernstzunehmende Gehirnverletzung hinweisen.
Kinder erholen sich schneller als Erwachsene. Stimmt das?
A) Gerade Kinder und Jugendliche benötigen oft eine längere Heilungsphase als Erwachsene.
B) Die Erholung dauert bei Kindern etwa gleich lange wie bei Erwachsenen.
C) Kinder regenerieren sich meist besonders schnell, weil ihr Gehirn noch „formbarer“ ist.
D) Ja, weil sie kleinere Köpfe haben.
Antwort A.
Das kindliche Gehirn ist noch in der Entwicklung und reagiert empfindlicher auf Störungen. Untersuchungen zeigen, dass Symptome bei Kindern nicht nur häufiger auftreten, sondern auch länger anhalten. Das Gehirn verarbeitet Reize intensiver, die Regeneration dauert länger. Deshalb ist Geduld bei der Rückkehr in Schule, Sport oder Alltag besonders wichtig.
Lehrer und Trainer wissen immer, was zu tun ist. Stimmt das?
A) Kommt drauf an, wie oft sie selbst vom Ball getroffen wurden.
B) Durch moderne Schulungen sind alle Trainer mittlerweile gut informiert.
C) Die meisten Lehrer wissen durch Erste-Hilfe-Kurse, wie mit Gehirnerschütterungen umzugehen ist.
D) Es besteht noch immer ein erhebliches Wissensdefizit bei Eltern, Trainern, Sportlern aber auch bei Ärzten.
Antwort D.
Trotz zunehmender Aufklärungskampagnen ist das Wissen über Gehirnerschütterungen in vielen Bereichen unzureichend. Studien zeigen, dass Trainerinnen und Trainer oft nicht wissen, wie eine Gehirnerschütterung sicher erkannt und korrekt behandelt wird. Auch medizinisches Personal ist nicht immer ausreichend geschult, insbesondere im Erstkontakt. Schulungen und standardisierte Handlungsleitfäden können hier entscheidend sein.
Stell Dich nicht an und kämpf Dich durch den Schmerz. Stimmt das?
A) Wer weiterspielen kann, ist meist nicht ernsthaft verletzt.
B) Schmerz lässt Dich nicht gewinnen! Dein Körper braucht seine Energie zur Heilung der Hirnzellen und nicht für den Sport.
C) Schmerzen gehören zum Sport – wer aufhört, zeigt Schwäche.
D) Ja, aber nur wenn man schnell noch einen Energy-Drink trinkt.
Antwort B.
Sport trotz Symptomen kann die Genesung gefährden und das Risiko einer Zweitverletzung drastisch erhöhen. Schmerz ist ein Warnsignal – wer sich „durchbeißt", riskiert dauerhafte Schäden am Gehirn. Besonders im jugendlichen Leistungssport ist diese Haltung („Zähne zusammenbeißen“) weit verbreitet und äußerst gefährlich.
Eine radiologische Gehirndarstellung ist bei Kindern immer erforderlich. Stimmt das?
A) CT oder MRT sind Standard, um sicher eine Gehirnerschütterung auszuschließen.
B) Gehirnerschütterungen beeinträchtigen die neurologische Funktion des Gehirns, die mittels CT oder MRT nicht sichtbar gemacht werden kann.
C) Zur Beruhigung der Eltern sollte man immer ein MRT machen lassen.
D) Ja, man sieht eine Delle im Gehirn auf dem Scan.
Antwort B.
Eine Gehirnerschütterung ist eine funktionelle Störung – das bedeutet, dass die Hirnzellen vorübergehend nicht richtig arbeiten, obwohl sie strukturell intakt sind. CT und MRT können strukturelle Schäden (wie Blutungen) zeigen, aber keine funktionellen Störungen erfassen. Daher sind diese Verfahren meist nur bei Verdacht auf schwerere Verletzungen nötig – nicht routinemäßig bei jedem Fall.
Ich darf sofort wieder Sport treiben. Stimmt das?
A) Wenn man keine Symptome hat, kann man direkt wieder trainieren.
B) Ein kurzer Belastungstest reicht aus, um sicher wieder loszulegen.
C) Die sofortige Sport-Wiederaufnahme ist gefährlich, weil das Risiko einer Zweitverletzung deutlich erhöht ist.
D) Wenn man jodeln kann, kann man selbstverständlich auch Sport machen.
Antwort C.
Wenn das Gehirn noch nicht vollständig geheilt ist, ist es anfälliger für weitere Schäden. Eine zweite Erschütterung innerhalb kurzer Zeit kann schwerwiegende Folgen haben – im schlimmsten Fall das Second Impact Syndrome, das lebensbedrohlich sein kann. Der Wiedereinstieg in den Sport erfolgt daher schrittweise und unter ärztlicher Kontrolle.
Gehirnerschütterungen sind leichte Verletzungen. Stimmt das?
A) Gehirnerschütterungen sind in der Regel harmlos, solange keine Ohnmacht vorliegt.
B) Nur schwere Erschütterungen führen zu dauerhaften Problemen.
C) Ja, eine Gehirnerschütterung ist quasi wie ein kräftiges Niesen – nur ohne Taschentuch.
D) Gehirnerschütterungen können gerade bei Kindern längerfristig zu Problemen der Denkfunktionen führen.
Antwort D.
Auch sogenannte „leichte“ Gehirnerschütterungen können bei Kindern zu anhaltenden Problemen führen, etwa in den Bereichen Konzentration, Gedächtnis oder emotionale Stabilität. Je jünger das Kind, desto empfindlicher ist das Gehirn. Deshalb sollte jede Gehirnerschütterung ernst genommen werden – auch ohne dramatische Symptome.