Drei Hände halten sich
Assoziierte Stiftungen und Stiftungsfonds

Gemeinsam stark

Assoziierte Stiftungen und Stiftungsfonds

Die ZNS-Stiftung ist dankbar, dass immer mehr Menschen im Zuge ihrer Nachlassgestaltung die ZNS-Stiftung bedenken. Dies geschieht durch Erbeinsetzung oder durch ein Vermächtnis, kann aber auch durch die Einrichtung einer eigenen Stiftung oder eines Stiftungsfonds geschehen. Besonders freuen wir uns, wenn dies bereits zu Lebzeiten geschieht und wir gemeinsam mit den Stifterinnen und Stiftern das passende Format für das je individuelle Engagement entwickeln können. 

Im Unterschied zu einer Spende bleibt bei einer Zustiftung in einen Stiftungsfonds oder bei der Gründung einer eigenen Stiftung das Stiftungskapital ungeschmälert erhalten, da ausschließlich mit den Erträgnissen daraus gearbeitet wird. So bleibt auch die Erinnerung an das Engagement der Stifterin oder des Stifters ewig erhalten und wird in der ZNS-Stiftung gepflegt. 

Pludra-Stiftung

Die Ingeburg und Johannes Pludra-Stiftung gehört in Form einer Zustiftung seit 2014 als Sondervermögen zur ZNS-Stiftung. Die Erträge der Pludra-Stiftung fließen an die ZNS-Stiftung, die damit Maßnahmen der Unfallverhütung, der Behandlung und Rehabilitation Betroffener, der Nachsorge und der Forschung unterstützt.

 

Das Stifterehepaar 

Die Entscheidung, ihr Vermögen der ZNS-Stiftung zu hinterlassen, trifft das Ehepaar Ingeburg und Johannes Pludra gemeinsam. Einige Jahre zuvor erleidet Ingeburg Pludra durch einen Sturz eine schwere Schädelhirnverletzung. Diese verändert das Leben des Ehepaares Pludra grundlegend. 

Ingeburg und Johannes Pludra gehören der gleichen Generation an wie Hannelore Kohl. Ihre persönlichen Erfahrungen und das Wissen über biografische Ereignisse im Leben von Hannelore Kohl schaffen die Verbindung hin zur ZNS-Stiftung.

 

Ein Leben in gegenseitiger Fürsorge 

Geboren wird Ingeburg Pludra Ende 1919. Sie verliert im Zweiten Weltkrieg ihren ersten Ehemann. Ingeburg Pludra ist als Fremdsprachensekretärin tätig. Die Ehe mit Johannes Pludra ist für sie Wendepunkt und Neuanfang zugleich. Johannes Pludra kommt Ende 1931 im schlesischen Ziegenhals als eines von fünf Kindern zur Welt (heute Glucholazy in Polen). Kurz nach seiner Geburt zieht die Familie von Ziegenhals nach Berlin. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges erfolgt die Evakuierung mit Mutter und Geschwistern in die deutschen Ostgebiete. Die Familie sieht den Vater nicht wieder. Der Verlust des Vaters, Flucht und Hunger prägen sich tief in das Gedächtnis von Johannes Pludra ein. 

Johannes Pludra ist Ende des Zweiten Weltkrieges 14 Jahre alt. Die Familie kehrt zurück nach Berlin. Nach dem Abitur beginnt er das Studium der Pharmazie an der 1946 neu gegründeten Technischen Hochschule in Berlin. Anfang der 60er Jahre lernt Johannes Pludra seine zukünftige Frau Ingeburg kennen. Durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ist der Wohnraum in Berlin immer noch knapp. Eine neue Perspektive ergibt sich mit einem Stellenangebot als Apotheker in Minden. Johannes Pludra ist unermüdlich in seiner Arbeit, pflichtbewusst und engagiert: im Vordergrund stehen Existenzaufbau und Existenzsicherung. Ende der 60er Jahre übernimmt Johannes Pludra seine eigene Apotheke. 

Die Ehe von Ingeburg und Johannes Pludra bleibt kinderlos. Ihre zweite Heimat und den späteren Lebensmittelpunkt findet das Ehepaar in den österreichischen Alpen: im Kurort Bad Aussee. Hierhin ziehen sie sich in den Jahren nach Johannes Pludras Berufstätigkeit zurück. Mehr als 60 Jahre ihres Lebens verbringen Ingeburg und Johannes Pludra gemeinsam. 

 

Pflegende Angehörige im Blick 

Kurz bevor die Stiftung des Ehepaars Pludra über die ZNS-Stiftung Ende 2014 ihre Arbeit aufnimmt, verstirbt Ingeburg Pludra. Aufgrund des persönlichen Erlebens von Johannes Pludra misst er der Hilfe für pflegende Angehörige entscheidende Bedeutung bei und macht diese zu einem Eckpfeiler des Engagements der Pludra-Stiftung. In enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und dem Stiftungsvorstand der ZNS-Stiftung begleitet Johannes Pludra die Ende 2014 aufgenommene Projektarbeit bis zu seinem Tod Anfang des Jahres 2017. Gemäß seiner testamentarischen Verfügung geht das gesamte Erbe in Form einer Zustiftung über in die Ingeburg und Johannes Pludra-Stiftung. 

Projektförderungen der Pludra-Stiftung

Durch die Ingeburg und Johannes Pludra-Stiftung wurden unter anderem folgende Projekte gefördert:

Therapien im Wasser führen bei schädelhirnverletzten Menschen zu einer deutlichen Verbesserung der Motorik, der Atmung und des allgemeinen Wohlbefindens. 

Die Pludra-Stiftung unterstützt im Jahr 2016 die Installation eines Personen-Deckenlifters und vollendet mit diesem letzten und wichtigen Teilstück den Ausbau des Therapie- und Bewegungsbades "Sakura". Das Bad ist Teil des Therapieangebotes des Vereins "Die Buche e.V." in Buchholz. Der Verein fördert auf vielfältige Art und Weise die soziale Integration von Menschen mit erworbenem Hirnschaden und öffnet sein Angebot auch für Betroffene, die in ihrer häuslichen Umgebung betreut werden.

Eine Dame sitzt in einem Deckenlift, der über einem Swimmingpool hängt

Mit Unterstützung aus Mitteln der Pludra-Stiftung wurde im Jahr 2015 das Deutsche Kranioplastie-Register (GCRR) begründet. Betrieben wird das Register seither durch einen freiwilligen Zusammenschluss von 16 neurochirurgischen Kliniken aus ganz Deutschland, darunter auch viele Universitätskliniken. Ziel ist es, durch die Auswertung der erhobenen Daten die Behandlung der betroffenen Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Durch unfallbedingte schwere Schädelhirntraumata kann im Rahmen der Behandlung eine Rekonstruktion des Schädelknochens (Kranioplastie) erforderlich werden. Der operativ entfernte Schädelknochen wird aufbewahrt und zu einem späteren Zeitpunkt wieder eingesetzt. Die Rekonstruktion des Schädelknochens ist wichtig im Hinblick auf seine Schutzfunktion des darunter liegenden Gehirns und mit Blick auf die Wiederherstellung der ursprünglichen Schädelform. 

Mit Hilfe der Daten aus dem Deutschen Kranioplastie-Register soll herausgefunden werden, welche Faktoren das chirurgische, klinische und kosmetische Ergebnis bei kranioplastischen Eingriffen positiv oder negativ beeinflussen. 

Eine Person liegt im Krankenhausbett und wird behandelt

Die Gründung einer Weiterbildungseinrichtung war für Johannes Pludra ein wichtiges Anliegen. Er war der festen Überzeugung, dass Pflegende gut ausgebildet sein müssen, um ihrem herausfordernden Alltag gewachsen zu sein und ihre betroffenen Angehörigen gut versorgen zu können. 

Mit den Erträgen aus der Pludra-Stiftung konnte in den Jahren 2017 und 2018 die Gründung der ZNS-Akademie gGmbH vorgenommen werden. Mit der organisatorischen Neuaufstellung gelang es, den bereits etablierten Angeboten der ZNS-Stiftung für die Nachsorge hirnverletzter Menschen einen zukunftsfähigen Rahmen zu geben. Bis heute bietet die ZNS-Akademie Seminare für Betroffene, Angehörige und Fachleute, die kostenfrei in Präsenz und digital stattfinden. Über 1000 Menschen werden so Jahr für Jahr erreicht. 

Menschen posieren für ein Gruppenfoto, eine Person sitzt im Rollstuhl

Hellmonds-Stiftung

Die Helma und Gerhard A. Hellmonds-Stiftung wurde im Jahr 2002 in Wismar gegründet. Seit dem 21.3.2023 werden die Hilfsangebote der Hellmonds-Stiftung unter dem Dach der ZNS-Stiftung weitergeführt und ausgebaut.

 

Die Stifter: Helma und Gerhard A. Hellmonds 

Mit der Gründung der Helma und Gerhard A. Hellmonds-Stiftung im Jahr 2002 erinnert der Stifter Gerhard A. Hellmonds an seine Ehefrau Helma, die am 29. November 2001 verstarb. Helma Hellmonds lag zuvor acht Monate im Wachkoma, das sich in Folge einer zuvor erlittenen Lungenspastik eingestellt hatte. Für das Ehepaar Hellmonds, das zuvor im Jahr 1999 seinen einzigen Sohn Torsten verloren hatte, war der Einsatz für Andere im sozialen Engagement der Weg, konstruktiv mit der erlittenen Trauer umzugehen. 

So war es für Gerhard A. Hellmonds nur konsequent, mit der Gründung einer Stiftung zum Wohle von Wachkoma-Patienten an seine Ehefrau Helma zu erinnern und zugleich das in der Pflege seiner Frau erworbene Wissen um die Erkrankung wirksam werden zu lassen. Aus eigenem Erleben heraus weiß Gerhard A. Hellmonds, welche Bedürfnisse die schwerstkranken Wachkoma-Patientinnen und -Patienten haben und wie auch die betroffenen Angehörigen bestmöglich unterstützt werden können. Diese Aufgabe hat er über die Helma und Gerhard A. Hellmonds-Stiftung zu seinem Lebenswerk gemacht. 

Unterstützung fand Gerhard A. Hellmonds dabei durch viele ehrenamtlich engagierte Persönlichkeiten, die gemeinsam mit ihm die Stiftung finanziell gefördert und stetig weiterentwickelt haben. Stellvertretend für viele sei an dieser Stelle an den Musiker und Kantor Malte Rühmann erinnert, der noch zwei Wochen vor seinem Tod ein Benefiz-Konzert für die Stiftung gespielt hat. 

 

Stiftungszweck

Zweck der Hellmonds-Stiftung ist die Unterstützung von Komapatienten, Apallikern, Schwerstkranken und ihrer Angehörigen. Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die Förderung einer humanen und liebevollen Pflege der Betroffenen, durch die Unterstützung von pflegenden Angehörigen, durch die Förderung von Therapien und Hilfsangeboten, Beratung mit Blick auf Ansprüche gegenüber Krankenkassen, Kliniken und Behörden, die Förderung von Fortbildungsmaßnahmen für Pflegepersonal und Angehörige, die Förderung der Forschung von Therapien zur Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen sowie durch die Unterstützung gemeinnütziger Stiftungen mit gleicher Zielrichtung. 

Wunsch des Stifters war es, die Fortführung seines Lebenswerkes in neue und zukunftsfeste Hände zu legen. Daraus resultierte die Idee einer engen Kooperation mit der ZNS-Stiftung, die in ihrem Stiftungszweck die Versorgung von Komapatienten und deren Angehörigen bei unfallbedingten Schädelhirnverletzungen mit umfasst. Über die Kooperation im Spiegelverfahren wird die bestmögliche gemeinsame Nutzung von Ressourcen und die gemeinsame Förderung und Unterstützung von Betroffenen und ihren Angehörigen realisiert. Im Rahmen eines Festaktes anlässlich des 25jährigen Jubiläums der BDH-Klinik in Greifswald wurde die Kooperation der ZNS-Stiftung mit der Helma und Gerhard A. Hellmonds-Stiftung am 23.9.2023 auch offiziell bekannt gegeben.

Projektförderungen der Hellmonds-Stiftung

Durch die Helma und Gerhard A. Hellmonds-Stiftung wurden unter anderem folgende Projekte gefördert:

Anlässlich der 25-Jahrfeier der BDH-Klinik in Greifswald, bei der die Kooperation von ZNS-Stiftung und Helma und Gerhard A. Hellmonds-Stiftung im Rahmen des zentralen Festaktes im September 2023 offiziell bekannt gegeben wurde, überreichte Gerhard Hellmonds eine Spende für ein Musikinstrument, das in der Therapie mit Wachkomapatientinnen und -patienten zum Einsatz kommen sollte. Die Wahl von Musiktherapeutin Silja Molle fiel auf eine Harfe, die das musikalische Repertoire der Klinik erweitert: „Auch für mich ist das ein neues Instrument, mit dem ich erst üben muss, aber das ist auch eine tolle Möglichkeit, mit den Patienten gemeinsam etwas Neues zu erleben und Fortschritte zu erzielen. Gemeinsam mit den Therapeuten der Heilpädagogik werden wir einen rollbaren Untersatz für das Instrument anfertigen, um selbst ein so großes Instrument mit auf die Stationen nehmen und vielseitig für alle Patienten nutzen zu können.“ 

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Menschen mit schweren Bewusstseinsstörungen, darunter auch Patienten im Wachkoma, auf musikalische Reize reagieren und von Musiktherapie profitieren können. Musik kann u. a. emotionale Verarbeitung und Reaktionsfähigkeit fördern und so einen wertvollen Beitrag in der neurologischen Rehabilitation leisten.

Eine Frau spielt Harfe

Seit 2023 fördert die Helma und Gerhard A. Hellmonds-Stiftung den stiftungseigenen Beratungs- und Informationsdienst. Betroffene und Angehörige erhalten hier kostenfrei persönliche oder telefonische Beratung bei Fragen zum Wachkoma und zu Hirnschädigungen allgemein. Das Angebot bietet den Ratsuchenden wertvolle Orientierung in einer oft sehr belastenden Lebenssituation, sowie fachliche Unterstützung bei therapeutischen und sozialrechtlichen Fragen. Durch die Förderung wird eine qualifizierte und kontinuierliche Begleitung der Betroffenen und ihrer Familien ermöglicht.

Zwei Personen unterhalten sich

Jennissen-Stiftungsfonds

Im Wissen darum, wie zerbrechlich das Leben sein kann und in Wertschätzung der bedeutsamen Arbeit der ZNS-Stiftung hat sich das Ehepaar Dr. Hajo und Ellen Jennissen dazu entschieden, über die Errichtung eines Stiftungsfonds unter dem Dach der ZNS-Stiftung zu einer langfristigen und nachhaltigen Unterstützung der Stiftungsarbeit beizutragen. Im Sinne einer Patenschaft durch das Ehepaar Jennissen erfährt insbesondere die ZNS-Akademie mit ihren vielfältigen Angeboten für Betroffene und Angehörige eine großzügige Unterstützung. 

Am 4. November 2024 wurde der „Eheleute Dr. Hajo und Ellen Jennissen-Stiftungsfonds“ im Beisein des Stifterehepaars offiziell errichtet. Matthias Schmolz, Vorstand der ZNS-Stiftung, hob hervor: „Die Unterstützung unserer Arbeit durch Sie, liebes Ehepaar Jennissen, ist für uns von unschätzbarem Wert. Insbesondere die ZNS-Akademie erfährt durch die Förderung aus dem Eheleute Dr. Hajo und Ellen Jennissen-Stiftungsfonds Planungssicherheit und kann so ihr Angebot stetig weiterentwickeln.“

Die ZNS-Stiftung ist dankbar für das Engagement des Ehepaars Jennissen und freut sich auf zahlreiche weitere Begegnungen mit dem Stifterehepaar. 

Projektförderungen aus dem Jennissen-Stiftungsfonds

Aus dem Eheleute Dr. Hajo und Ellen Jennissen-Stiftungsfonds wurden bislang folgende Projekte gefördert:

Die ZNS-Akademie bietet Seminare für Betroffene und Angehörige in Präsenz und digital an, die kostenfrei besucht werden können. Über 1000 Menschen werden so Jahr für Jahr erreicht. Mit den Erträgnissen aus dem Eheleute Dr. Hajo und Ellen Jennissen-Stiftungsfonds wird die Akademie-Arbeit großzügig gefördert. 

Menschen posieren für ein Gruppenfoto