Treffen des BNB MeH
Zwei Tage lang liegen auf den Tischen in Heinsberg Notizblöcke, Fallbeispiele und viele Fragen. Immer wieder geht es um Situationen, die den Beratenden aus ihrer täglichen Arbeit vertraut sind: Eine Familie sucht nach einer Hirnverletzung Unterstützung und weiß nicht, welche Hilfe ihr zusteht. Ein Betroffener kommt nach der Rehabilitation nach Hause – und stellt fest, dass der Weg zurück in den Alltag längst nicht beendet ist. Eine Beratungsstelle kennt eine gute Lösung, die andernorts noch niemand ausprobiert hat.
Genau solche Erfahrungen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens des Bundesweiten Netzwerks Beratung für Menschen mit erworbener Hirnschädigung, kurz BNB MeH. Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland kamen zusammen, darunter auch Mitarbeitende der ZNS-Stiftung.
Denn die Probleme, mit denen Menschen nach einer Hirnschädigung und ihre Angehörigen konfrontiert sind, ähneln sich vielerorts: Zuständigkeiten sind unklar, Unterstützung muss mühsam organisiert werden, passende Angebote sind nicht immer bekannt. Für die Betroffenen kann das bedeuten, dass sie neben den Folgen der Hirnverletzung zusätzlich viel Kraft in die Suche nach Hilfe investieren müssen.
Im Netzwerk teilen Beratungsstellen deshalb Erfahrungen, Lösungswege und Wissen. Was sich an einem Ort bewährt hat, kann auch an anderer Stelle weiterhelfen. Schwierigkeiten, die zunächst wie ein Einzelfall erscheinen, werden als gemeinsame Herausforderung sichtbar. Und Fragen aus der Beratungspraxis können gebündelt dorthin getragen werden, wo Rahmenbedingungen gestaltet werden.
So entsteht aus vielen einzelnen Erfahrungen etwas Gemeinsames. Beratende müssen nicht jedes Problem allein lösen – und Betroffene profitieren davon, dass Wissen weitergegeben wird und gute Lösungen nicht an regionalen Grenzen enden.
In Heinsberg wurden deshalb auch die nächsten konkreten Schritte verabredet. Einer davon führt 2027 nach Dresden: Dort wird sich das BNB MeH am Nachsorgekongress der ZNS-Stiftung beteiligen. Der Austausch geht weiter – damit aus Erfahrungen Wissen wird und aus Wissen konkrete Unterstützung.