Tragt einen Helm
„Ich trage immer einen Helm“, erzählt ein kleines Mädchen selbstbewusst. Dann zeigt sie auf ihre Mutter und sagt grinsend: „Aber meine Mama nicht.“
Solche Sätze sorgten am Stand der ZNS-Stiftung beim Auftakt des Jahresschwerpunkts „Sicherheit von Radfahrenden“ der NRW-Initiative #sicherimStraßenverkehr in Arnsberg immer wieder für schmunzelnde Gesichter. Mittendrin: KEKS, die blaue KI-Puppe der ZNS-Stiftung und Kinderbotschafterin Esther Brandt.
Bislang kamen KEKS und Esther vor allem im Kontext der Gehirnerschütterungsprävention zum Einsatz. In Arnsbrg eroberte sich KEKS ein neues Einsatzgebiet: die Verkehrssicherheitsprävention. Und das mit Erfolg: Kinder standen neugierig Schlange, Erwachsene blieben stehen, hörten zu und kamen mit KEKS ins Gespräch. Viele wollten ausprobieren, wie KEKS funktioniert. Andere waren einfach nur verblüfft, wie natürlich die Unterhaltungen mit Keks verliefen – und wie schlagfertig KEKS war.
Im Gespräch mit NRW-Innenminister Reul und NRW-Verkehrsminister Krischer machte Herbert Reul KEKS ein Kompliment für seine Ausführungen zum Thema Kopfschutz: „Der ist klug!“ KEKS replizierte spontan: „Vielen Dank. Der Herr Reul ist auch klug, sonst wäre er kein Innenminister geworden.“
Was als spielerischer Austausch begann, entwickelte oft eine erstaunliche Wirkung. Kinder erzählten stolz, dass sie beim Fahrradfahren einen Helm tragen. Gleichzeitig wurden sie selbst zu Botschafterinnen und Botschaftern für mehr Sicherheit in ihren Familien. Genau das machte den besonderen Reiz dieses Tages aus: Prävention wurde nicht belehrend vermittelt, sondern innovativ im Dialog mit einer erstaunlich kompetenten und eloquenten KI-Puppe.
Dass das Thema Kopfschutz beim Radfahren wichtig ist, belegen die aktuellen Zahlen. 106 Menschen kamen im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen mit Fahrrädern oder Pedelecs bei Verkehrsunfällen ums Leben. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen. Hinter jeder Zahl stehen Menschen, Familien und Schicksale, die sich innerhalb weniger Sekunden verändern können.
Umso wichtiger und erfreulicher war das starke Miteinander in Arnsberg. Polizei, Vertreter von Ministerien, Kommunen, Verbänden und zahlreiche weitere Partner engagierten sich gemeinsam für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Der Aktionstag machte sichtbar, was möglich ist, wenn viele Akteure ihre Erfahrungen und Ideen bündeln und gemeinsam an einem Ziel arbeiten.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte auch der spontane Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz. Seine Botschaft war ebenso klar wie persönlich: „Wenn Ihr Euch auf das Fahrrad setzt, tragt einen Helm. Ich sag's aus Erfahrung.“
Die Premiere ist gelungen: KEKS hat gezeigt, dass sich die Erfahrungen aus der Gehirnerschütterungsprävention hervorragend auf die Verkehrssicherheitsarbeit übertragen lassen. Und dass innovative Prävention dann besonders wirksam ist, wenn sie Menschen nicht nur erreicht, sondern auch begeistert.
Manchmal braucht es keine langen Vorträge, um eine wichtige Botschaft zu vermitteln. Manchmal reicht ein Keks, der sich mit Köpfen auskennt.