Herr Preibisch läuft

Zurück ins Leben

Zwölf Stunden lang war Timo Preibisch in Bewegung. Am 6. Juni führte ihn sein Weg immer wieder durch den Ingolstädter Klenzepark, entlang der Donaustufen und über die Glacisbrücke. Mit seinem Charity Run „Zurück ins Leben“ sammelte er Spenden für die Arbeit der ZNS-Stiftung und machte auf die Langzeitfolgen eines Schädelhirntraumas aufmerksam. Dass er diesen Lauf überhaupt absolvieren konnte, ist jedoch alles andere als selbstverständlich.

Eineinhalb Jahre zuvor hatte Timo einen schweren Unfall, der sein Leben von einem Moment auf den anderen veränderte. Am 23. Februar 2025 war er mit seiner Fußballmannschaft, dem SV Haunwöhr, beim Audi Schanzer Amateur Cup im Einsatz. Im zweiten Spiel kam es zu einem folgenschweren Zusammenprall mit dem gegnerischen Torwart. Zu Beginn waren die Auswirkungen des Zusammenpralls niemandem bewusst. Erst bei den Untersuchungen im Krankenhaus wurde deutlich, wie schwer die Verletzungen waren: Timo erlitt einen Schädelbruch und Hirnblutungen. Eine Not-Operation wurde notwendig, anschließend wurde er für kurze Zeit in ein künstliches Koma versetzt.

Glücklicherweise wachte er stabil auf und konnte nach neun Tagen das Krankenhaus verlassen. Doch damit begann erst der eigentliche Weg zurück ins Leben. Nach einigen Wochen zu Hause folgte eine sechswöchige Rehabilitation im Passauer Wolf in Bad Gögging. Schritt für Schritt arbeitete er sich zurück in den Alltag.

Doch wie viele Menschen mit Schädelhirntrauma erlebt auch Timo, dass die eigentliche Herausforderung oft erst nach der Akutphase beginnt. Konzentration, Belastbarkeit, Schlaf und Wohlbefinden sind bis heute nicht selbstverständlich. Viele dieser Folgen bleiben für Außenstehende unsichtbar.

Aus dieser Erfahrung entstand schließlich die Idee zum Charity Run. Unter dem Motto „Zurück ins Leben“ wollte Timo nicht nur Spenden sammeln. Er wollte Aufmerksamkeit schaffen für die Langzeitfolgen eines Schädelhirntraumas und anderen Betroffenen Mut machen.

Die Resonanz war beeindruckend! Zahlreiche Menschen unterstützten die Aktion, begleiteten einzelne Streckenabschnitte oder spendeten für die Arbeit der ZNS-Stiftung. Nach aktuellem Stand kamen rund 6.000 Euro zusammen.

Wir danken Timo herzlich für seinen außergewöhnlichen Einsatz. Seine Geschichte zeigt, dass der Weg zurück ins Leben oft länger dauert, dass jedoch aus schwierigen Erfahrungen neue Perspektiven entstehen können.